Lebensart Mitten drin im Naturschauspiel der Dolomiten

Mitten drin im Naturschauspiel der Dolomiten

HEUREKA – Reisen heißt entdecken!

Text: Michael Eckert

Die Welt ist schön und bietet zahllose Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung – aber ebenso viele atem- raubende Attraktionen und spannende Expeditionen, die unsere Horizonte erweitern und das Leben bereichern. CHAPEAU ist unternehmungslustig, und mit der Rubrik HEUREKA! stellen wir in jeder Ausgabe ein einzigartiges Reise-Highlight vor, das eine Entdeckung lohnt. Abenteuer gesucht? Gefunden!

Foto: FORESTIS

Es war ein Spaziergang mit Folgen. Vor rund 20 Jahren entdeckte der Südtiroler Hotelier Alois Hinteregger hinter wild gewachsenen Hecken ein historisches Haus mit zwei Seitenflügeln. Er spürte sofort das Außergewöhnliche an diesem Ort: »Von der Bauart und dem, was das Gebäude ausstrahlte, war mir sofort klar, dass ich hier auf etwas ganz Besonderes gestoßen war.«

Tatsächlich reicht die Geschichte des Hauses bis in die Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zurück. 1912 war man auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den Bau eines Sanatoriums in den dichten Wäldern des Plosebergs fündig geworden. Das reine Quellwasser der Plose, die ausgezeichnete Höhenluft, das milde Klima und die vielen Sonnentage stellten ideale Bedingungen für Regeneration und Heilung dar. Man beauftragte den renommierten Architekten Otto Wagner mit dem Entwurf eines Gebäude, das der Erholung nach Vorbild der Schweizer Luftkur- orte Davos und Leysin dienen sollte. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte jedoch den Bau in seiner ursprünglichen Planung. Es entstand ein Haus aus Holz und Naturstein, in dem bis in die 1950er Jahre Priester und Geistliche Erholung fanden. Vom Massentourismus dagegen blieb der Ort bis heute verschont.

„Die Ursprünglichkeit des Ortes und die beeindruckende Bergwelt machen den Platz zu einem Kraftort.“

Foto: FORESTIS

Alois Hinteregger ging das Gebäude nicht mehr aus dem Kopf. Ein paar Jahre später kaufte seine Familie das Gebäude und er- öffnete es 2010 als Hotel. Seither ist dort viel passiert. Der Sohn von Alois Hinteregger, Stefan, und dessen Partnerin Teresa Unterthiner bauten das Hotel im vorigen Jahr zum 5-Sterne-Refugium FORESTIS aus. Die Ursprünglichkeit des Ortes, die beeindruckende Bergwelt und das Klima, das sich durch das Aufeinander- treffen warmer Südwinde aus dem Mittelmeerraum und kühleren Luftmassen aus dem Norden auszeichnet, machen diesen Platz zu einem Kraftort. Dazu kommt das Plose-Quellwasser, eines der reinsten und leichtesten Wasser der Welt.

Der Südtiroler Architekt Armin Sader und das Interiorteam haben die traditionelle Architektur neu interpretiert. Das denk- malgeschützte Gebäude erinnert an ein großes Herrenhaus. Die Holzfassade erzählt von der Geschichte des Anwesens und blieb unverändert. Auch die aus Holz gearbeiteten Kassettendecken und die Fenster durften nicht verändert werden. Dem historischen Gebäude wurden drei, der Form von Baumstämmen nachempfundene Suitentürme in unterschiedlicher Höhe zur Seite gestellt. Wie Bäume ragen die drei Türme in den Himmel und fügen sich harmonisch in die Waldlandschaft ein. Der Einsatz regionaler Materialien schafft im gesamten Hideaway eine natürliche Atmosphäre.

Foto: FORESTIS

Die in den europäischen Alpen einzigartige Architektur führt den Gast ganz nahe an das Naturschauspiel Dolomiten heran. Aus allen Suiten können die Gäste die imposanten Bergmassive bewundern. Das Haus bietet drei 35qm2 große Zimmer und 13 Suiten zu jeweils 50 qm2, und die Türme haben 44 Tower-Suiten mit jeweils 55 qm2. Darüber hinaus wartet jeder der beiden äußeren Türme noch mit einer zweistöckigen 200 m2 großen Penthouse-Suite auf. Die Wände und Decken in den Tower- und Penthouse-Suiten sind aus unbehandeltem Fichtenholz. Der Duft und die ätherischen Öle des Holzes haben eine beruhigende Wirkung und verbreiten ein wohliges Gefühl. Der Einsatz natürlicher Materialien macht Dekoration fast gänzlich verzichtbar. Die Einrichtung zeichnet sich durch schlichte Eleganz aus – fernab von alpinem Kitsch. Die Stoffe für Kissen, Couchen, Sessel, Stühle sowie Teppiche stammen aus einer Weberei im Trentino.

Durch eine Glasfront, die sich über die ganze Breite des Schlafzimmers erstreckt, genießen die Gäste auch vom Bett den schönsten Ausblick. Man badet oder duscht mit dem hauseigenen Quellwasser. Ein besonders erholsames Abenteuer für Körper und Geist sind die Sommernächte unter dem Sternenhimmel Südtirols. Dafür werden auf Wunsch die Daybeds der Tower Suiten für die Nacht aufgebettet.

„Die Einrichtung zeichnet sich durch schlichte Eleganz aus – fernab von alpinem Kitsch.“

Das Spa erstreckt sich auf einer Fläche von 2.000 m2 und bietet einen großen Innenpool, der mit einem etwa gleich großen Außen- pool verbunden ist. Im Silent Room genießt man die Stille nach einem Gang in eine der verschiedenen Saunen oder ins Soledampfbad. In der Tee-Lounge mit kuratierter Bibliothek werden acht eigene Teemischungen aus Südtirol sowie leichte Snacks serviert. Das moderne Fitnessstudio im ersten Stock bietet auch einen großzügigen Wyda-Bereich, die europäische Variante des Yoga.

Die Lage des FORESTIS auf 1.800 Metern Höhe macht die Bar auf dem mittleren der drei Türme zur höchsten Rooftop-Bar der Welt. Bei Sonnenuntergang wird der offene Lounge-Bereich mit seiner Feuerstelle zum Hot Spot im FORESTIS. Die Natur hier oben ermöglicht aber auch viele unterschiedliche Aktivitäten. Die 45 Pistenkilometer des Skigebiets Plose verfügen über ein ausge- wogenes Verhältnis von blauen, roten und schwarzen Abfahrten, und für Nichtskifahrer gibt es Rodelstrecken und Winterwanderwege. Auf Wunsch führt ein Wanderführer die Gäste auf Schneeschuhen durch den angrenzenden Naturpark Puez-Geisler über zugefrorene Bäche, verschneite Waldstücke und unberührte Schneefelder. Ganzjährig finden geführte Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade statt, und auf dem Ploseberg führen vier Bike-Strecken durch weitläufige Wälder.

Foto: FORESTIS

Foto: FORESTIS

Die Karte im Loungerestaurant trägt die Handschrift von Roland Lamprecht und seiner Leidenschaft für die Naturküche. Die Zutaten aus dem Wald haben besondere Eigenschaften, die vielen Krankheiten vorbeugen. Besonders in den Sommermonaten sammelt das Küchenteam Kräuter und Naturzutaten, die sofort verarbeitet oder für die Wintermonate nach alter Tradition ge- trocknet oder eingelegt werden. Die Mittelmeerküche kombiniert Roland Lamprecht mit alpinen Zutaten. Um Vielfalt bieten zu können, werden die Menüs jeden Tag neu zusammengestellt. Die Produkte kommen von Bauern aus der nahen Umgebung, die exklusiv für das FORESTIS wieder alte Gemüsesorten anpflanzen. Obst, Zitrusfrüchte, Fisch, Fleisch, Wurst und Schinken, Öle und Milchprodukte werden aus der nahen Umgebung und ganz Italien bezogen. Alle Brotsorten backt man im FORESTIS selbst, und Marmeladen werden nach eigenen Rezepten gekocht und ein- gemacht. Der benachbarte Mairhof liefert den Honig. Zusammengenommen ist man nirgendwo in Südtirol der Natur und ihrer Schönheit so verbunden.

FORESTIS

Preise ab 500€ pro Suite und Nacht
inklusive Frühstück und Abendessen bei Doppelbelegung
forestis.it/de

Kategorie: Lebensart
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