Nollywood Travel Film Festival

vom 9.-13. Mai – Frauenpower für den afrikanischen Film

Es ist die zweitgrößte Filmindustrie der Welt mit einer riesigen internationalen Fangemeinde und doch in Deutschland bisher nur Insidern bekannt. Die Rede ist von Nollywood, dem afrikanischen Film mit Basis in Nigeria. Dies zu ändern, ist das Anliegen von Grace Evaly, Adetola Sanno-Adenawo und Dayan Kodua. Vom 9. bis 13. Mai haben die drei Powerfrauen mit Wurzeln in Nigeria und Ghana das Nollywood Travel Film Festival in Hamburg organisiert. Im Metropolis Kino in der Kleine Theaterstraße 10 laufen dann aktuelle Spielfilme und Kurzfilme produziert in Nigeria. Sie entfalten ihre ganz eigene Faszination mit Geschichten aus dem afrikanischen Alltag von einfachen Leuten ebenso wie der aufstrebenden Mittelschicht, von Liebe und Ehekrisen, von Betrug, Erpressung und Gewalt, aber auch Geschichten, in denen viel gelacht und ebenso viel gestritten wird, voll Drama und großen Gesten. Wer mag diskutiert mit Nollywood-Stars, aufstrebenden Jung-Schauspielern, Regisseuren, Filmemachern und Zuschauern auf einer der zahlreichen Panel-Veranstaltungen.
Das Nollywood Travel Film Festival, das 2017 erstmals in Toronto stattfand, ist erst der Anfang. Geplant sind darüber hinaus regelmäßige Filmvorführungen auf der großen Leinwand sowie Gala-Premieren und natürlich eine Fortführung des Festivals. Mit dem Verein Nollywood Germany haben Grace Evaly, Adetola Sanno-Adenawo und Dayan Kodua es sich zum Ziel gesetzt, die Bekanntheit des afrikanischen Films in Deutschland aufzubauen und zum interkulturellen Austausch anzuregen. Kreativen und Produzenten aus beiden Kulturen soll die Zusammenarbeit erleichtert werden und die Professionalisierung des afrikanischen Films gefördert werden. Denn auch wenn die nigerianische Filmindustrie mit jährlich etwa 2.000 Streifen gleich nach Bollywood und vor Hollywood rangiert, sich einer großen Fangemeinde auf dem afrikanischen Kontinent und bei Exilafrikanern weltweit erfreut, gibt es auch immer wieder Kritik an überdramatisierter Inszenierung oder schlechter Qualität. Kein Wunder, viele Filme werden mit kleinstem Budget von nur 20.000 Dollar und in wenigen Tagen gedreht. „Doch es gibt auch immer wieder phantastische Filme, die mit ihrer Story, den Schauspielern und Bildern begeistern“, weiß Grace Evaly. Dies unterstreichen auch die aktuellen Nominierungen durch das Fimfest in Cannes für den Kurzfilm „Las Gidi Vice“ und den Spielfilm „The Women“. Die Nollywood-Bandbreite reicht von politischen Filmen wie „Watu Wote“, der sich mit aktuellen Terroranschlägen der islamischen Al-Shabaab auseinandersetzt und ein Zeichen der Menschlichkeit dagegensetzt, über Spiegel der Gesellschaft wenn sich in „Bridge“ ein Yoruba-Prinz und eine junge Frau aus einer Igbo-Familie verlieben und damit den Stammeszorn auf sich ziehen, bis hin zu fröhlich-überdrehter Unterhaltung wie in „Wedding Party“.

Grace Evaly war selber Teil der nigerianischen Filmindustrie. Schon während ihrer Schulzeit in Lagos hatte die mittlerweile 41-Jährige als Model Aufträge für Werbespots, Musikvideos und Magazine, bevor sie 1996 ihre erste Filmrolle bekam und in den folgenden zehn Jahren an unterschiedlichen Filmprojekten mitarbeitete. 2006 kam die Schauspielerin erstmals für eine Filmpremiere nach Deutschland und verliebte sich. Seit 2007 lebt sie nun auch in Hamburg und ist Mutter von zwei Töchtern. Während ihrer Elternzeit organisierte sie die Misswahl “Miss Nigeria Germany” und Musikkonzerte, engagierte sich ehrenamtlich als Nachbarschaftsmutter. Durch den engen kulturellen Austausch mit ihrem Herkunftsland entstand vor sieben Jahren die Idee zur Förderung des afrikanischen Films und zur Gründung des Vereins zusammen mit Adetola Sanno-Adenawo in 2017.

Mittlerweile werden sie dabei von Schauspielkollegin Dayan Kodua unterstützt, die bereits als Kind mit ihrer Familie aus Ghana nach Norddeutschland kam und ebenfalls als gefragtes Model und Sängerin arbeitete, bevor sie zum Film fand. Nach einem erfolgreichen Karriereausflug nach Hollywood steht Dayan in Deutschland auf der Bühne und vor der Kamera. Darüber hinaus engagiert sich die Mutter zweier Söhne für ein differenziertes Bild von Mitbürgern mit afrikanischen Wurzeln. Mit ihrem Bildband und Ausstellungsprojekt „My Black Skin“, das erfolgreiche Deutsche mit dunkler Hautfarbe portraitiert, sorgte sie für Furore. Zusammen setzen die drei Frauen nun ihre Energie ein, um den afrikanischen Film zu fördern.

Filmprogramm:

Donnerstag, 10.05.2018
um 15:30 Uhr: Watu Wotu (Kurzfilm, 23 Minuten, OMU Suaheli-Deutsch)
um 16:00 Uhr: The Legacy of Rubies (Kurzfilm, 28 Minuten, OMU Englisch-Deutsch)
um 16:35 Uhr: The Encounter (Kurzfilm, 23 Minuten, OV Englisch)
um 17:10 Uhr: Las Gidi Vice (Kurzfilm, 17 Minuten, OV Englisch)
um 21:15 Uhr: The Brigde (Film 110 Minuten, OV Englisch)
Freitag, 11.05.2018
um 15:30 Uhr: Alter Ego (Film 110 Minuten, OV Englisch)
um 17:15 Uhr: The Women (Film 110 Minuten, OV Englisch)
um 19:15 Uhr: Catcher (Film 83 Minuten, OV Englisch)
um 21:15 Uhr: Agwaetiti Obiuto (Film 98 Minuten, OV Englisch)
Sonntag, 13.5.2018
um 15:00 Uhr: The Wedding Party 2 – Destination Dubai (Film 98 Minuten, OV Englisch)

Eintrittspreise:

7,50 Euro Kurzfilm, 10 Euro Spielfilm www.metropoliskino.de

Nollywood Germany e.V präsentiert das Nollywood Travel Film Festival
vom 9.-13. Mai 2018 im Metropolis Kino Hamburg
Kleine Theaterstrasse 10, 22345 Hamburg
Täglich 10-15 Uhr: Paneldiskussion, Präsentation, Seminar, Gespräch, Unterhaltung, Meet&Greet

www.nollywoodgermany.de

Kategorie: Events
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